| Körner hatte den Gutachterausschuss mit seiner Bewerbung zur „Wirtschaftlichen Entwicklung einer aufgelösten kombinierten Rohrspundwand“ überzeugt – einem ursprünglich in Osteuropa eingesetzten Bauverfahren, das bisher nicht in deutschen Regelwerken verankert ist. Der Experte konnte es nicht nur an hiesige Rahmenbedingungen anpassen, sondern erstmals in Deutschland auch erfolgreich einsetzen: Beim Neubau des Anlegers 5 Plus im Hafen Lübeck-Travemünde bewährte sich das Verfahren bereits durch seine Zeit- und Kostenersparnis.
Innovation in der Praxis erprobt
Die Bauweise umfasst eine Wellenspundwand mit dahinterliegenden, tragenden Rohrpfählen, die jedoch konstruktiv voneinander getrennt eingebaut werden. Im Gegensatz zu konventionellen kombinierten Wänden erlaubt dieses Verfahren, die Tragrohre mit einer gewissen Flexibilität zwischen vorhandene Altstrukturen oder sonstige Hindernisse zu setzen. Dadurch können die andernfalls erforderlichen aufwendigen Vorbohrungen oder sonstige Maßnahmen zum präzisen Einbau der Tragbohlen entfallen. Ein horizontales Erdgewölbe trägt die Hauptlasten dann auf weit auseinanderstehende Rohrpfähle (4,0 m bis 4,5 m Distanz) ab. Optimierte Berechnungsansätze stellen die Wirtschaftlichkeit dieser Methode sicher: Der Materialeinsatz bewegt sich etwas über der Tonnage für gemischte Wände – die erreichte Variabilität beim Bauen im Bestand reduziert die Kosten jedoch wesentlich.
Dank der modifizierten Bauweise ließ sich die neue Kaianlage flexibel und risikoarm in bestehende Strukturen integrieren. „Der leicht erhöhte Stahlbedarf wurde durch eine deutlich größere Flexibilität im Bauablauf überkompensiert“, erklärt Körner. „Daraus resultierte eine signifikante Gesamtkostenreduktion für den Auftraggeber, die Lübeck Port Authority.“
Im Rahmen des HTG-Kongresses präsentierte der diplomierte Bauingenieur seine Berechnungsansätze und Erfahrungen bei einem Vortrag für Wasserbau-Fachleute aus dem gesamten Bundesgebiet. Die renommierte Auszeichnung überreichte ihm Robert Howe, HTG-Vorsitzender und Geschäftsführer von bremenports, bei einer Feierstunde.
Kontinuität technischer Spitzenleistungen
Mit der Ehrung setzt der DEPENBROCK Ingenieurwasserbau eine beachtliche Serie fort: Schon drei Mal wurde der Bereich mit dem angesehenen Förderpreis der Werner-Möbius-Stiftung ausgezeichnet. Er honoriert nicht allein theoretische Verbesserungen, sondern bewertet auch den konkreten, bereits belegten Praxisnutzen der jeweiligen Neuerung.
„Innovationen wie diese sind ein wesentliches Element unserer Unternehmens-DNA“, betont Erik Depenbrock, Geschäftsführer von DEPENBROCK Ingenieurwasserbau. „Sie zeigen, wie unser Ingenieurteam komplexe Herausforderungen annimmt und gemeinsam zukunftsfähige Lösungen entwickelt – mit echtem Mehrwert für unsere Kunden und die Infrastruktur in Deutschland.“ |