Erfolgreicher Abschluss: DEPENBROCK und ARGE-Partner realisieren ersten Ausbauabschnitt des Nord-Ostsee-Kanals
Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder würdigt zukunftsweisendes Projekt für die wichtige europäische Handelsroute
Stemwede/Kiel, 17. November 2025 – Mit der offiziellen Verkehrsfreigabe durch Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder am 10.11.2025 wurde der erfolgreiche Abschluss des ersten Ausbauabschnitts am Nord-Ostsee-Kanal (NOK) gefeiert. Die DEPENBROCK Gruppe hatte gemeinsam mit ihren ARGE-Partnern Nordsee Nassbagger- und Tiefbau GmbH, Dredging International N. V. und Van den Herik Kust- en Oeverwerken B. V. die technisch und logistisch herausfordernde Verbreiterung der Oststrecke zwischen Großkönigsförde und Schinkel (Kanalkilometer 79,9 bis 84,1) termingerecht durchgeführt.
Ziel des Projekts war es, die Mindestsohlbreite im genannten Kanalabschnitt von 44 Meter auf 70 Meter zu erweitern, um die Passagezeiten zu verkürzen und den Begegnungsverkehr effizienter und sicherer zu gestalten. Durch diese und weitere Ausbaumaßnahmen soll der NOK – die meistbefahrene künstliche Seeschifffahrtsstraße der Welt – an wachsende Schiffsgrößen angepasst werden und auch künftig eine Handelsroute von internationaler Bedeutung bleiben.
„Der Ausbau des NOK war technisch wie logistisch eine enorme Herausforderung: täglicher Schiffsverkehr im laufenden Betrieb, komplizierte Baugrundverhältnisse und höchste Anforderungen an Sicherheit und Umwelt“, erklärt Leonard Heckel, Projektleiter bei DEPENBROCK. „Dass wir all das reibungslos umgesetzt haben, zeigt, was Teamgeist, Erfahrung und Engagement bewirken können.“
Feierliche Inbetriebnahme auf dem Wasser
Zur offiziellen Inbetriebnahme hatte der Auftraggeber, das Wasserstraßen-Neubauamt Nord-Ostsee-Kanal, rund 120 Gäste nach Flemhude eingeladen. Dort bestiegen sie das historische Ausflugsschiff „Freya“, das entlang der fertiggestellten Ausbaustrecke von Ost nach West und zurück fuhr. Während der Kanalpassage verdeutlichten umfassende Präsentationen an Bord die Planungs- und Bauleistungen der vergangenen fünfeinhalb Jahre – ein informativer Rahmen, um die Dimensionen dieses Infrastrukturprojekts zu veranschaulichen.
Gigantischer Bau- und Logistikaufwand
Im Rahmen der mehr als fünfjährigen Bauzeit wurden 2,5 Millionen Kubikmeter Boden bewegt, große Teile davon als Nassbaggergut per Schuten 46 Kilometer weit zur Verbringungsstelle in der Ostsee transportiert. Neben dem Bodenmanagement umfassten die Arbeiten unter anderem:
- Deckwerksherstellung mit ca. 180.000 t Steinmaterial
- ca. 2,5 Mio. m³ Bodenbewegungen
- 77 km Faschinen für die neue Böschungssicherung
- 91.000 m² Erosionsschutzmatten
- 4,5 km Entwässerungsleitungen inklusive 61 Einleitungsstellen
- großflächige Landschaftsbaumaßnahmen auf 300.000 m²
- Bau eines Erdwalls entlang der A210
- neuer, ca. 4.000 m langer Betriebsweg am Kanalufer
Dank GPS-gesteuerter Maschinen und digitaler Geländemodelle konnte DEPENBROCK die anspruchsvollen Geländeprofile mit höchster Präzision realisieren – ohne Einschränkungen für die Schifffahrt. „Wir investieren kontinuierlich in moderne Technik. Das zahlt sich bei Projekten wie dem NOK aus“, erläutert Heckel.
Infrastruktur für die Zukunft
Das Projekt ist ein zentraler Beitrag zum Erhalt und zur Modernisierung der Verkehrsinfrastruktur Nord-Ostsee-Kanal. Sie dient sowohl der maritimen Zukunft als auch der Wettbewerbsfähigkeit des Landes: Laut dem Kiel Institut für Weltwirtschaft erzeugt der NOK jährlich einen volkswirtschaftlichen Nutzen von rund 570 Millionen Euro für Deutschland.